Gutartiges Fettgewebsgeschwulst (Lipom)
Unter Lipomen (Fettgewebsgeschwulst) versteht man gutartige, weiche oder prallelastische Knoten unterschiedlicher Größe, die unter der Haut liegen und sich durch ein langsames Wachstum auszeichnen. Sie entwickeln sich aus Fettzellen. Sie lassen sich unter der Haut leicht verschieben und verursachen meist keinerlei Beschwerden. Die Haut, die über dem Knoten liegt, ist unauffällig und intakt. In seltenen Fällen bilden sich sich auch unterhalb der Faszien (Bindegewebshülle von Muskeln) oder in der Muskulatur selbst.
In den meisten Fällen treten diese Geschwülste in einem mittleren Alter von etwa 40 Lebensjahren gehäuft an Armen, Beinen und am Rumpf, aber auch am Nacken auf.
Die Diagnosestellung erfolgt meist durch den klinischen Befund sowie mit einer Absicherung der Verdachtsdiagnose durch eine für den/die PatientIn völlig risiko- und schmerzfreie Ultraschalluntersuchung. Hierbei kann ebenfalls eine genaue Größenbestimmung erfolgen.
Bei einer unsicheren Diagnose, schnellem Wachstum oder aus kosmetischen Gründen sollte ein Lipom operativ entfernt werden. In der Regel ist dies durch eine lokale Betäubung möglich. Nur bei ausgedehnten Befunden oder kritischen Lokalisationen ist eine operative Entfernung unter Narkose erforderlich.
Die Prognose ist günstig, nur in sehr seltenen Fällen kann eine Entartung in ein bösartiges Liposarrkom entstehen.
Talgdrüsenzyste (Atherom)
Ein Atherom ist eine prallelastische stecknadelkopf- bis hühnereigroße, selten auch größere gutartige Zyste im Unterhautgewebe. Sie ist in der Regel gut verschieblich, jedoch mit der Haut verbacken. Im Volksmund werden diese Zysten auch als „Grützbeutel“ oder „Grießknoten“ bezeichnet.
Im nichtentzündlichen Zustand stellen sie eine harmlose Veränderung dar. Sie entstehen infolge einer Verstopfung des Ausführungsganges des Talgdrüsensekretes und werden daher auch als Talgretentionszysten bezeichnet. Atherome können auch aus Fetttropfen, Fettkristallen und Hornhautzellen bestehen. Sie befinden sich einzeln oder zahlreich meist am behaarten Kopf, im Gesicht und Nacken, zwischen Bauch und Hals, aber auch an anderen Stellen (z. B. im Intimbereich). Diese Zysten entleeren auf Druck häufig ranzigen Talg und sind zunächst schmerzlos.
Symptome entstehen erst, wenn sie sich entzünden (Schmerzen, Rötung).
Bei schneller Größenzunahme oder infiziertem (entzündete) Atherom ist eine Operation zur Entfernung der kompletten Zyste angeraten. Diese erfolgt dann in lokaler Betäubung, wobei sowohl
Auch bei kosmetisch störender Lokalisation des Atheroms kann eine operative Entfernung des Atheroms durchgeführt werden, meist verbunden mit besserem Narbenbild als im Falle des zuvor beschriebenen infizierten Atheroms.
Stielwarzen (Fibrom)
Fibrome („Stielwarzen“) sind gutartige Neubildungen des Bindegewebes. Man unterscheidet das harte Fibrom (Fibroma durum) und das weiche Fibrom (Fibroma molle). Gelegentlich können Fibrome auch als narbige Reaktion der Haut auf Insekten- oder Dornenstiche entstehen. Sie bilden dann derbe, auf Druck schmerzhafte Knötchen. Diese Veränderungen werden dann Histiozytom genannt.
Sie sind hautfarben, können warzenartig aus dem Niveau der Haut herausragen, haben meistens die Größe eines Pfefferkorns und treten bevorzugt am Hals oder unter den Achseln auf. Sie treten einzeln oder in Gruppen bis hin zu 30 Stück auf. Sie sind in der Regel harmlos und verursachen keine Schmerzen.
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, Fibrome auszubilden.
Stören diese Fibrome mechanisch oder kosmetisch oder schmerzen wie im Falle des Histiozytoms, können sie komplikationsarm in örtlicher Betäubung auf Hautniveau operativ abgesetzt werden. Größere Fibrome müssen herausgeschnitten werden und histologisch untersucht werden. Die Wunde wird dann mit einer Naht verschlossen.
Warzen (Verruca, Epithelgeschwulst)
Bei Warzen handelt es sich um gutartige Veränderungen der Haut, welche häufig durch Viren hervorgerufen werden. Bervorzugte Auftrittsstellen sind im Bereich der Hand die Finger und auch die Füße, seltener treten sie auch im Gesicht auf.
Wenn eine konservative Therapie, beispielsweise durch Anwendung von Salicylsäure, Kryotherapie oder Lasertherapie, nicht den gewünschten Erfolgt erbringt, kann in lokaler Anästhesie die operative, vollständige Entfernung von Warzen erfolgen. Die Wunde wird nach der Entfernung mit einer Naht verschlossen, sodass nach etwa 10-12 Tagen die Wundheilung in den meisten Fällen abgeschlossen ist.
Leberfleck, Muttermale (Naevus), Alterswarzen (Keratosen), Nachresektionen nach dermatologischen Behandlungen (z. B. Basaliom, Plattenepithelkarzinom)
Leberfleck ist die umgangssprachliche Bezeichnung für gutartige Wucherungen von pigmentbildenden Zellen der Haut und entspricht in etwa dem Fachausdruck Pigmentnävus. Die Bezeichnung Muttermal wird auch als Synonym für den übergeordneten Fachausdruck Nävus verwendet. Es ist de Oberbegriff für alle Arten von gutartigen Wucherungen der Haut ohne Einschränkung der betroffenen Zellart. Ein Nävus kann aus roten Blutgefäßzellen, gelben Talgdrüsenzellen oder anderen Zellen aufgebaut sein und muss nicht immer braun gefärbt sein.
Bei Keratosen im Frühstadium ist es für Laien nicht leicht, sie zu erkennen: An einer oder mehreren Stellen kommt es zunächst zu einer scharf begrenzten Rötung, die sich wie feines Sandpapier anfühlt. Später verdickt sich die Hornschicht, und es bilden sich dicke, zum Teil gelblich-braune Hornablagerungen. Ihr Durchmesser kann wenige Millimeter bis einige Zentimeter betragen. Diese Hautveränderungen verursachen keine Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen. Sie können aber aufgrund der erhöhten Verletzlichkeit leichter bluten. Die aktinische Keratose bildet sich vor allem auf den UV-Strahlen (z.B. Sonnenstrahlen) exponierten Stellen des Körpers. Dazu zählen unbehaarte Kopfhaut (Glatze), Stirn, Ohrmuscheln, Nase aber auch auf Unterlippe (aktinische Cheilitis), Unterarmen, Handrücken und Dekolleté.
Bei etwa 10% der PatienInnen geht die aktinische Keratose irgendwann in einen Stachelzellkrebs (Plattenepihtelkarzinom, Spinaliom) über. Die aktinische Keratose gilt daher auch als Krebsvorstufe (Präkanzerose) des Plattenepithelkarzinoms.
Der weiße Hautkrebs (Basaliom) findet sich vor allem bei PatientInnen ab einem Alter von 60Jahren ebenfalls an sonnenexponierten Stellen des Körpers, die denen der Keratose entsprechen. Sie stellen 75% der bösartigen Hauttumoren dar. Das Basaliom wird den bösartigen Tumoren der Haut zugeordnet, bildet im Gegensatz zum schwarzen Hatukrebs (Melanom) allerdings äußerst selten Absiedlungen (Metastasen).
Sollte der Dermatologe den Verdacht auf eine mögliche Entartung einer solchen Hautveränderung stellen, kann in örtlicher Betäubung eine solche Hautveränderung entfernt werden. Die entnommene Stelle wird danach zur histologischen Untersuchung eingesendet und genau untersucht, damit den Leitlinien zur Behandlung entsprechende Therapiemaßnahmen angeschlossen werden können. Diese Veränderungen sollten zeitnah soweit sie eine gewisse Größe nicht überschreiten operativ entfernt werden. Dies ist oft in örtlicher Betäubung möglich.
Wundrose (Erysipel)
Unter Wundrose (Erysipel) versteht man eine Entzündung der Haut, die durch Bakterien (Streptokokken) hervorgerufen wird.
Die Eintrittspforte ist oft nur eine kleine Verletzung, an der es zu einer Überwärmung der Haut sowie Rötung, Schwellung und Brennen kommt.
Diese Veränderungen der Haut sind immer scharf begrenzt und können auch mit einer Bläschenbildung einhergehen. Die Haut ist gespannt und glänzt. Neben den örtlich begrenzten Schmerzen kann auch ein Juckreiz bestehen. Des Weiteren treten manchmal Allgemeinsymptome wie Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit auf.
Innerhalb von Stunden dehnt sich die Entzündung entlang der Lymphgefäße aus (flammenartig und unregelmäßig), es kann sich eine Schwellung der Lymphbahnen (Lymphödem) sowie eine Venenentzündung oder Blutvergiftung (Sepsis) entwickeln.
Meist tritt diese Erkrankung am Unterschenkel auf. Im Falle eines Gesichtsbefalls, wo das Bindegewebe lockerer ist, kann eine eher diffuse Rötung und Schwellung ausgemacht werden. Die scharfe Begrenzung wie am Unterschenkel fehlt hier.
Gehäuft betroffen sind ältere und immungeschwächte Menschen (z.B. Diabetiker, Patienten mit Durchblutungsstörungen, HIV).
Zur Behandlung wird das betroffene Körperteil ruhig gestellt und gekühlt sowie ein Antibiotikum und evtl. Schmerzmittel verabreicht.
Narbenkorrektur
Als Narbe wird nach Zerstörung des ursprünglichen Bindegewebes der Haut ein minderwertiges, faserreiches Ersatzgewebe bezeichnet, das einen Endzustand der Wundheilung darstellt.
Oberflächliche Läsionen der Oberhaut heilen folgenlos im Sinne einer „restitutio ad integrum“ ab. Eine Narbe entsteht bei Verletzungen der Haut nur, wenn die Lederhaut verletzt wurde. Zu Beginn ist das Narbengewebe noch von vielen Blutgefäßen durchzogen und weist daher eine rote Farbe auf. Mit dem weiteren Umbau bilden sich die Blutgefäße zurück, während der Anteil der kollagenen Fasern zunimmt. Dadurch steigt trotz einer niedrigeren Gewebequalität die Reißfestigkeit der Narbe. Da im Narbengewebe die Pigmentzellen (zumindest zunächst, unter Umständen aber auch dauerhaft) fehlen, wird die Narbe im Verlauf heller als das umliegende Gewebe.
Eine gute Versorgung der Wunde während der Wundheilung kann die Narbenbildung im Hinblick auf Aussehen und Funktionalität positiv beeinflussen, sie aber nicht vollständig verhindern.
Narben können durch monatelanges, mehrmals tägliches Einmassieren spezieller Salben (beispielsweise Salben mit einer Kombination aus Heparin, Allantoin und Zwiebelextrakt, oder silikonhaltige Gele) behandelt werden; dabei wird zur Unterstützung der Wirksamkeit heparinhaltiger Narbengele auch Ultraschall verwendet. Auch Narbenpflaster (insbesondere Silikonauflagen, vor allem bei hypertrophen Narben) oder Kompressionsverbände kommen zur Verringerung von Narbenwülsten und bei Verbrennungen zum Einsatz.
Operative Verfahren sind die sogenannte Lappenplastik, bei der gesunde Haut über den Defekt verschoben wird über eine Hauttransplantation.
Bei den operativen Verfahren muss bedacht werden, dass trotz allem das Risiko der Narben-Neubildung besteht.